Schon wieder drastische Preiserhöhung in Bonner Mensen

Es ist jetzt ungefähr eineinhalb Jahre her, dass die Mensen des Bonner Studentenwerks ihre Preise drastisch nach oben korrigiert haben. Der Grund war angeblich eine so genannte „Preisanpassung“ wegen gestiegener Einkaufspreise. Damals haben viele – darunter auch ich – gegen eine unfaire Erhöhung der Preise um über 30% gekämpft und das Studentenwerk zu einem kleinen Einlenken veranlassen können. Ein wichtiger Grund dabei: Die Verantwortlichen der Mensen versprachen, mögliche Preiserhöhungen in Zukunft nur noch in enger Absprache mit Studierenden durchzuführen – und nicht mehr in Nacht-und-Nebelaktionen diejenigen, die auf die Mensa angewiesen sind, zu überrumpeln.

Am 20.7.2012 – also etwas mehr als ein Jahr später – erreichte die Fachschaften der Uni Bonn eine E-Mail des AStA-Gremienvernetzer Heraldo Hettich, die in knappen Worten darüber aufklärt, dass zum kommenden Wintersemester die Preise in den Mensen des Studentenwerk Bonn erneut „angepasst“ werden. Dieses Mal schlägt das StWB noch härter zu: Manche Komponenten sollen um bis zu 67% teurer werden. Die Inflationsrate liegt derzeit bei ca. 1,7%.

In diesem stilvollen Ambiente speist's sich jetzt teurer
Auf die von Seiten der Studierenden eingebrachte Idee, wenigstens wieder zu einheitlichen Preisen für die Beilagen zurückzukehren, statt für alle möglichen Beilagen unterschiedliche Preise zu nehmen und so jede Übersicht zu verhindern, geht das Studentenwerk nicht ein. Überhaupt hat sich seit April 2011 wenig verändert: Damals war vonseiten des StWB eindeutig versprochen worden, die Studierenden frühzeitig in die Planung von Änderungen am Angebot der Mensen einzubeziehen und ihnen die Möglichkeit zu Rückmeldungen zu geben.
Dass die Preiserhöhung wieder erst zu einem Zeitpunkt angekündigt wurde, zu dem sich die StudierendenvertreterInnen zu großen Teilen nicht mehr in Bonn befinden (oder mit ihren Klausuren beschäftigt sind), die Fachschaften in die Sommerferien gegangen sind (und bis zum Herbst zum Teil gar nicht oder nur noch sehr selten tagen werden) und eine Diskussion unter den Studierenden wegen der Ferienzeit nicht mehr möglich ist, ist ein Schlag ins Gesicht für all diejenigen, die die Entwicklung der Studienbedingungen an unserer Universität aktiv und kritisch begleiten möchten. Eine offene und faire Kommunikationspolitik scheint das StWB nach wie vor abzulehnen.
Auch wenn das Studentenwerk einmal mehr qualitative Verbesserungen verspricht: Studierende, die sich ihr Studium durch harte Arbeit finanzieren müssen, werden in den letzten zwei Jahren wohl kaum eine Lohnerhöhung von 130% bekommen haben – dass jetzt ausgerechnet die Instution, die für gute Studienbedingungen an unserer Uni sorgen soll, die Studierenden derart ausnimmt, verhöhnt sozial schwächere Studierende und macht den Standort Bonn noch uniteressanter.
Offenbar ist man im StWB weder willens noch fähig, sich der Verantwortung für die Studierenden, die das Studentenwerk mit ihren Sozialbeiträgen finanzieren, zu stellen. Falls doch: Ein verantwortungsvoller Umgang könnte mit einem Dialog über derart drastische Maßnahmen wie einer Mensapresierhöhung um fast 70% anfangen…

Um das noch einmal klarzustellen: Ich bin der letzte, der nicht für gutes Essen auch gutes Geld auszugeben bereit ist. Meiner Meinung nach sollte das StWB aber nicht zuallererst versuchen, denjenigen, die es sich leisten können, edles und hippes Bio-Veggie-Gedöns aufzutischen oder in gutbürgerlicher Tradition halbpfündige Schweinebratenstücke zu verteilen. Diejenigen, die so etwas haben wollen (ich nehme mich da gar nicht aus) und es sich leisten können, können ja nach Poppelsdorf oder in die Südstadt laufen und sich dort in den Restaurants das heraussuchen, was sie möchten.
Der Mensa empfehle ich, lieber eine solide und kostengünstige Grundversorgung der Studierenden zu sichern, als neben Brigitte-Diät und Veganer-Woche jetzt noch mehr Hokuspokus auf Kosten der Studis zu veranstalten.

 

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