Karrikaturenstreit droht zu eskalieren

[Cupertino] Drei Wochen, nachdem der US-amerikanische Medien- und Elektronikkonzern Apple auf einer Messe im die Karikatur eines Smartphones gezeigt hat und dafür viel öffentliche Kritik einstecken musste, hat sich nun der Vorstandsvorsitzende, Tim Cook, öffentlich zu Wort gemeldet.

Apple sah sich zuvor massiver Kritik gläubiger Steve-Jobs-Anhänger ausgesetzt, die durch die Karikatur „iPhone 5“ ihr religiösen Gefühle verletzt sahen. „Wir haben immer fest an die technologische Überlegenheit von Smartphones geglaubt“, sagte Steve-Jobs-Jünger Samuel Wittenberger „ich fühle mich in meinem Glauben an die Technik, an stabile Geräte, brauchbare Karten und funktionierendes LTE zutief verunsichert.“ Viele Aktivisten räumen ein, dass sie mit ihren überzogenen Heilserwartungen eine solche Enttäuschung vielleicht provoziert hätten, aber, so Sebastian Schneider, Sprecher des Aktionsbündnis „Mobilnetz“: „Nachdem sich die finnische Nokia-Sekte aufgelöst hat, haben viele Betroffene ihr Seelenheil im iPhone gesucht – dass Apple jetzt mit der Veröffentlichung dieser Karikatur so wenig Rücksicht auf die religiösen Gefühle dieser Menschen nimmt, ist mir unverständlich!“

iphone 5 black & white models

Stein des Anstoßes: Diese Karikatur eines Smartphones wurde vom US-Konzern Apple jetzt veröffentlicht. (Photo credit: methodshop.com)

Sicherheitsexperten warnen inzwischen vor möglichen Racheakten religiöser Fanatiker. „Sollte Apple hier nicht schnell handeln, so befürchte ich Gewaltexzesse vor Apple-Stores“, so Manfred Weglein vom Berliner Friedensforschungszentrum. „Die Menschen werden auf die Straße gehen und gegen das blasphemische ‚iPhone 5‘ demonstrieren. Ob es dabei friedlich bleibt, wage ich zu bezweifeln.“ Angesichts solcher Warnungen überlegt das Bundesinnenministerium, wie man eine öffentliche Verbreitung des „iPhone 5“ in Deutschland verhindern könnte. Doch die radikale Apple-Gruppe hat bereits angekündigt, in Kürze das iPhone 5 auch in Deutschland öffentlich vorführen zu wollen. Die Polizei ist alarmiert und warnt vor unkontrollierbaren Situationen. „Die Polizistinnen und Polizisten in einer so aufgeheizten Situation mit den Technik-Gläubigen alleinzulassen, ist unverantwortlich!“, so Werner Humpf von der Polizeigewerkschaft GdP. Er fordert, die Verbreitung und öffentliche Vorführung der blasphemischen Smartphone-Karrikatur zu verbieten.

Nun aber scheint auch die Gegenseite ein Einsehen zu haben. In einer kürzlich veröffentlichten Stellungnahme distanziert sich der Sektenführer von Apple, Tim Cook, von der Karikatur. Er entschuldige sich für das, was den Anhängern durch das „iPhone 5“ an seelischem Schaden zugefügt worden sei. Für die Zukunft versprach er Besserung. Ob dies in der aufgeheizten Stimmung allerdings noch zu Entspannung führen wird, ist noch unklar.