Suche: Desktop-Umgebung

Nein, ich finde canonicals „unity„-Benutzeroberfläche für meinen Ubuntu-Rechner an sich nicht schlecht. Aber mal soll ja immer die Augen offenhalten und nachdem ein Freund erzählte, dass selbst KDE (ich hasse KDE) leichtgewichtiger ist als der Standard-Desktop, wollte ich’s einmal genauer wissen. Aus früheren Experimenten war eh noch LXDE auf dem Rechner, das bei der Installation auch den halbwegs rudimentären Fenstermanager openbox mitbringt.

Im Prinizip wollte ich natürlich nur wissen, wie viel Speicher die einzelnen GUIs so fressen, aber vorneweg trotzdem noch meine Einschätzung davon, wie sie sich „anfühlen“.

Unity Desktop (C) Funkruf (Schnappschuss PC) [GPL], via Wikimedia Commons

Unity hat ein paar Macken (u.a. die Shoppinglinse, aber man kann sie ja abstellen…), aber die Suchfunktion des Dashs, die einem sehr schnell und einfach einen zentralen Zugang zu allen Programmen, Ordnern und Dateien verschafft ist wirklich großartig (und habe ich in der Perfektion bislang sonst nur bei Spotlight auf dem Mac gesehen), das Design ist hübsch und unaufdringlich, insgesamt arbeitet man damit gut. LXDE sieht auf den ersten Blick wirklich schön aus. Auf den zweiten nicht. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber der Hang zu ekelig-aufdringlichen 3D-glossy-Effekten zieht sich durch die gesamte Gestaltung *buah*.

Der LXD-Desktop (C) LXDE Team Screenshot: Hidro (Hidro [GPL], via Wikimedia Commons

Außerdem hat der so seine Macken: Wenn man bei mir einmal die Windows-Taste drückt (mit der man unter unity das Dash aufruft), streikt bspw. danach bis zum Ausloggen Alt+F2. Und: Im Lubuntu-Software-Centre fehlten das letztes Mal, als ich dort war, so unbedeutende Programme wie Gimp (naja) und Firefox. Firefox! Oder: Grundsätzlich werden alle deaktivierten Startprogramme unter LXDE gestartet. Das sind alles Sachen, mit denen man sich arrangieren kann, aber zum Gernhaben ist das nicht.

Openbox im nicht wesentlich konfigurierten „Urzustand“ (C) By Attys [GPL], via Wikimedia Commons

Openbox ist – mir zu spartanisch. Ich mag eine Menüleiste und den ganzen Kram, ich hab mich dran gewöhnt.

Eigentlich wollte ich aber ja schreiben, welcher Desktop wie viel RAM und CPU-Power zieht. Also los: Wenn man bei mir auf dem Rechner mal konsequent alles abschaltet, was normalerweise so rumläuft (den dropbox-client, thunderbird, die ICQ-, Jabber- und sonstwas-Hintergrundprozesse), komme ich bei meinem Rechner auf 736 MB RAM-Belegung.


Das ist schon eine Menge, aber ich habe halt auch 4 GB Platz im Speicher. Weiter zu LXDE: Wenn man hier alles abschaltet, was nach dem Start erst einmal ungefragt aufpoppt (klar, man könnte die Startprogramme aufräumen, aber weil ich sonst meist unity verwende, habe ich das eben nicht getan), sinkt der Speicherbedarf auf Alt-PC-freundliche 418 MB. Das sind über 40% Ersparnis. Immerhin. Noch weiter runter kommt man bei openbox: 367 MB, ziemlich genau die Hälfte von dem, was unity gern hätte.

Bei der CPU-Auslastung ergibt sich ein ähnliches Bild: LXDE ist ca. 40%, openbox ca. 30% sparsamer als unity. Also umsteigen?

Nein, denn erstens finde ich unity einfach hilfreich und effizient im Betrieb und zweitens: Was nutzt mir eine Ersparnis von 300 MB – wo allein die Anwendungen, die bei mir immer laufen (thunderbird, empathy, vagalume, dropbox, …) fast ein GB brauchen?