So wird die Telekom fit für’s 20. Jahrhundert:

Die Deutsche Telekom scheint also wirklich keine Flatrates mehr anbieten zu wollen. Und offenbar hat man sich von dem ehernen Gesetz der Netzneutralität auch verabschiedet. Das neue Konzept scheint weder sending-party-network-pays noch recipient-party-network-pays, sondern schlicht everyone-pays zu heißen.

Dazu passt natürlich auch wunderbar die Werbung, die Elias Schwerdtfeger auf seiner Seite veröffentlicht hat:

Die Macher von Drossl.de rechnen nicht nur vor, wie viel schlechter das Internet der T-Kunden werden wird, sondern haben auch einen schönen „Kurz“-Film über unser zukünftiges Leben mit 384k gedreht:

Da unsere Poltiker sich offenbar darauf zurückziehen, dass „der Markt“ das schon regeln wird, hier mein Aufruf: Lieber „Markt“, bitte melde dich und regel das! Danke.

Telekom_Drossel

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6 Gedanken zu “So wird die Telekom fit für’s 20. Jahrhundert:

  1. Wehe! Das ist die dämlichste Idee, die die Telekom mir bisher geboten hat, Hut ab! Aber danke für die schöne Zukunftsvoraussage 😀

  2. Zum einen plant man die Drosselung ab 75GB Downloadvolumen im Monat. Zum anderen ist die Netzneutralität nicht betroffen, da andere Anbieter immernoch vorhanden sind und das Netz ggf. nutzen können.
    Darüber hianus sollen Zusatzvolumen verkauft werden. Sprich, man verabschiedet sich lediglich von der Idee einer umfänglichen Flatrate, was weder etwas mit Nostalgie noch der Verletzung einer Netzneutralität zu schaffen hat.

    • Sehe ich anders: Ja, es gibt noch andere Anbieter (auch wenn sich das Gerücht hartnäckig hält, Vodafone plane Ähnliches) und ja, die ersten 75G sind frei – aber: Dass es noch andere Anbieter gibt, ist einfach mal kein Argument. Das Essen bei meinem Lieblingitaliener schmeckt auch gut, daraus zu schließen, dass es bei McDonald’s lecker ist, ist wohl auch falsch, oder? 75G Mögen eine Menge sein, Fakt ist aber, dass man hier einfach mal eine Flatrate abgeschafft hat (und btw: Für meine WG mit ein paar Studenten wären 75g im Monat verdammt wenig…), dass man dann Volumen dazu kaufen kann ist ja wohl unbestreitbar ein Rückschritt nach Anno 1995 oder so.
      Und was die Netzneutralität anbelangt: Doch, genau die wird abgeschafft (und das ist es, was mich wirklich auf die Palme bringt).
      Die Telekom hat’s ja schon mobil vorgemacht: Man kann auch dort einen Vertrag haben, wo Spotify-Volumen nicht angerechnet wird. Da freuen sich die Last.fm-, Deezer- und Simfy-Hörer sicher wahnsinnig drüber. Es geht ja nicht um einen netten Dienst für den Kunden – hier sollen systematisch kleinere Dienste, die keinen potenten Geldgeber im Nacken haben, vom Schirm verdrängt werden. Schon mal gefragt, warum Google sich so wenig beschwert? Ich vermute, dass ihnen auch klar ist, dass Youtube das Geld hat – und Vimeo nicht.
      Mal davon ab, wird hier erstmals in Deutschland ein umfangreiches Netzwerk zur Analyse des Traffics erstellt. Das lässt sich prima nutzen, um Schadware zu verhindern. Und, um Zensur auszuüben.

  3. Dass es andere Anbieter gibt ist das Argument. Netztneutralität bedeutet, dass der Anbieter der Infrastruktur anderen Dienstleister Zugang gewähren muss. Der Kabelsalat gehört der Telekom. Andere Anbieter wie 1und1 dürfen diese Kabel jedoch auch nutzen. Die Telekom darf den Zugang nicht verweigern. Näheres regelt die Bundesnetzagentur.
    Welche Dienstleistungen die Telekom anbietet und wie teuer das ist, ist nicht Bestandteil der Netzneutralität. Sprich eine Flatrateoption ist kein Grundrecht oder dergleichen.
    Wenn einem die Kooperation der Telekom mit Last FM oder Spotify nicht gefälltt, kann man doch einfach einen anderen Anbieter wählen.

    • Netzneutralität heißt NICHT, dass die ISP das Netz nutzen dürfen. Netzneutralität heißt, dass Daten diskriminierungsfrei versandt werden – also, dass Daten von Youtube genauso behandelt werden wie welche von Vimeo und dass kein Dienstanbieter die Möglichkeit hat, seine Daten präferiert zum Kunden zu bekommen.
      Siehe auch: http://www.heise.de/ct/artikel/Schmalspur-1216729.html
      „Neutral ist ein Netz demnach dann, wenn es eine unmittelbare Beziehung zwischen den kommunikationswilligen Teilnehmern herstellt, ohne dass der Netzbetreiber seine Plattform dazu benutzt, auf die Konnektivität zugunsten oder zulasten bestimmter Endkunden, Inhalte oder Dienste Einfluss zu nehmen.“

      • Entscheidender Begriff ist hierbei der Netzbetreiber. Das ist jedoch nicht die Funktion, die gerade kritisert wird, sondern die des Providers. Das Kabelnetzwerk muss anderen Providern zur Verfügung gestellt werden. Der Zugangspreis wird meines Wissens durch die Bundesnetzagentur reguliert.
        Wem die 75 Gbyte bei der Telekom nicht reichen, der kann woanders seinen Vertrag machen oder das Datenvolumen ausweiten.

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