Macht’s doch einfach

In einem Anfall aufmerksamkeitsheischender Heuchelei haben – unter Federführung der sonst von mir so geachteten Electronic Frontier Foundation gut zwanzig Firmen und dutzende Organisationen einen offenen Brief an die US-Regierung verfasst. Darin fordern sie das Recht ein, über das Ausmaß der Datenerhebung durch die NSA öffentlich reden zu dürfen.

Das klingt fast so, als hätten die barmherzigen Datensamariter jetzt ein Einsehen mit den verunsicherten Nutzern und als wollten sie tatsächlich zur Aufklärung beitragen. Wie löblich! Lediglich einen Kleinigkeit stört das schöne Bild: Die Datensammelei der NSA betraf je gerade nicht die USA, sondern das Ausland. Und wie bitte wollte die US-Regierung der deutschen Google Germany GmbH mit Sitz in Hamburg oder der iTunes S.à.r.l. aus Luxemburg verbieten, über die Datensammelwut der NSA zu veröffentlichen, was sie wissen? Befürchten die Firmen, dass die USA dann Europa den Krieg erklären, um ihre europäischen Firmenzentralen im Nahkampf einzunehmen? Nein – hier geht es einmal mehr darum, den Nutzer an der Nase herumzuführen und sich wie bisher mit den paranoiden Allessammlern gemein zu machen.

https://www.eff.org/deeplinks/2013/07/promising-developments-location-privacy

 

 

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