Wegen Amazon-Streik: Weihnachten wird auf den 28.12. verschoben

Nachdem die Diechristmas 2007nstleistungsgewerkschaft Ver.di angekündigt hat, die Streiks bei Amazon weiter fortzusetzen, haben nun die Kirchen in Deutschland ein Einsehen: Das Weihnachtsfest, das in der Vergangenheit üblicherweise am 24./25.12. begangen wurde, wird dieses Jahr um vier Tage verschoben.

Dies bestätigten jetzt Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, und Erzbischof Zollitsch, dem Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, in einer gemeinsamen Stellungnahme in Würzburg. Man wolle, so die Kirchenvertreter, den Menschen nicht die Möglichkeit nehmen, „am Fest der Geschenke ohne Geschenke dazustehen“. Amazon sei für das Gelingen des Weihnachtsfests zu entscheidend, als dass man auf den Konzern verzichten könne. Zollitsch: „Eine solche Großveranstaltung, die zeitgleich an unzählbaren Orten im ganzen Land stattfinden soll, ohne einen hundertprozentig einsatzbereiten Logistikpartner durchzuziehen, das wäre ein Himmelfahrtskommando!“ Die Kirche müsse die Wünsche der Gläubigen ernst nehmen – und das sind in diesem Jahr vor allem Smartphones und Tablet-PCs, die nun einmal vorwiegend von Amazon geliefert würden.

Darüber hinaus wies Nikolaus Schneide darauf hin, wie wichtig ein flexibler Umgang mit Traditionen für die Erneuerung der Kirche sei: „Das Weihnachtsfest hat sich in den letzten zweitausend Jahren überwiegend an verkrusteten, religiösen Traditionen orientiert, nun gehen wir mit der Zeit.“ Die Prioritäten der Menschen am Weihnachtsfest hätten sich nun einmal gewandelt, da könne und wolle die Kirche einer modernen Gesellschaft nicht im Wege stehen.amazon.com

Kritik an der Entscheidung kam von der Vereinigung Evangelischer Freikirchen. Johannes Justus, Vorsitzender der Bundeskonferenz Freikirchlicher Pfingstgemeinden bezeichnete den Schritt als einen „Kniefall vor dem Kommerz“ und drohte mit einem Schisma, sollten die Amtskirchen nicht „bald wieder zur Vernunft kommen“.

Unterstützung erhielten EKD und Bischofskonferenz für ihren Vorschlag allerdings von unerwarteter Seite: Die Deutsche Bahn AG teilte mit, man könne gut mit dem Vorschlag leben. Bis zum 28.12. alle Feiertagsreisende zu ihren Zielbahnhöfen zu bringen, sei durchaus schaffbar – zumindest, falls es bis dahin nicht schneie.