T-Mobile, der Sargnagel der Netzneutralität

T-Mobile, Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom, hat heute verkündet, die Musik zu befreien.

Die Sirene der Netzneutralität

Die Sirene der Netzneutralität

Wie immer, wenn die Telekom das Wort »Freiheit« in den Mund nimmt, ist hier äußerste Vorsicht geboten: Diesmal bedeutet »Freiheit«, dass die Telekom im Handstreich die Netzneutralität im Mobilfunk abschafft.

Mit großem Tamtam wirbt der Konzern damit, dass Kunden ab sofort nichts mehr für das Musikstreamen auf mobilen Geräten bezahlen müssen. Wie lieb von der Telekom. Zumindest im ersten Augenblick… Der Mobilfunker verlockt hier dazu, genau das auszuhebeln, was der Telekom sowieso ein Dorn im Auge ist – und zwar mobil und im Festnetz weltweit: Die böse Netzneutralität, das eiserne Grundgesetz des Internets.

Das Kleingedruckte des beworbenen »Angebots« sagt, dass die Kunden, so sie der T-Sirene erlegen sind, unbegrenzt mobil Musikdienste nutzen – sofern diese zu den unterstützen Musikdiensten gehören. Nachtigall, ick hör dir trappsen (solange die Nachtigall nicht auf irgendeinem nicht unterstützen Indie-Portal trappst, versteht sich). Nicht unterstützt wird übrigens auch Google Music – und praktisch jeder Anbieter, der so klein ist, dass er nicht ins Raster der Telekom passt. Was der rosa Riese hier anbietet, ist, dass Nutzer für einige wenige Dienste wie Spotify oder Pandora nichts mehr zahlen müssen, für alle anderen aber eben schon. Danke auch für diese Freiheit!

 

Einen hörenswerten Kommentar hat dazu Chris Fisher in »Tech Talk Today« geliefert (Episode 12, ab Minute 10:50).