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Wegen Amazon-Streik: Weihnachten wird auf den 28.12. verschoben

Nachdem die Diechristmas 2007nstleistungsgewerkschaft Ver.di angekündigt hat, die Streiks bei Amazon weiter fortzusetzen, haben nun die Kirchen in Deutschland ein Einsehen: Das Weihnachtsfest, das in der Vergangenheit üblicherweise am 24./25.12. begangen wurde, wird dieses Jahr um vier Tage verschoben.

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Orthodoxe Christen gegen Apple-Logo

English: The Apple Inc. Logo in vector format.

Logo der Apple Inc. (Photo credit: Wikipedia)

Es ist eines der bekanntesten Logos der Welt: Angeblich entstand das Logo des Weltkonzerns Apple Inc. in Gedenken an Isaac Newton, dem die Idee zu seiner revolutionären Gravitationstheorie gekommen sein soll, als ihm ein Apfel auf den Kopf fiel. Nun steht der seit 1977 für den Konzern prangende angebissene Apfel unter Beschuss von ungewohnter Seite: Wie die russische Agentur Interfax berichtet, fordern orthodoxe Christen ein Verbot des Symbols.

 

Bis zu 45% der Russen, so die Agentur, fordern im Zuge des Prozess gegen die Band „Pussy Riot“ eine stärkere Bestrafung von Blasphemie. Gleichzeitig berichtet Interfax, orthodoxe Christen sähen teilweise im Apple-Logo ein anti-christliches Symbol: So hätten einige Gläubige, darunter auch Priester, das Symbol auf ihren Geräten des Elektronikkonzern durch Kreuze ersetzt. Diese stünden für den Sieg über den Tod, den Erlöser und die Erlösung von ihrer ursprünglichen Sünde von Adam und Eva, während der angebissene Apfel die Erbsünde symbolisiere.

 

Falls die Gesetze zur Bekämpfung von Blasphemie wirklich verschärft werden sollten, könnte Apple damit einiger Ärger drohen: Möglicherweise wäre ein Verkauf von Produkten mit solch „blasphemischen“ Symbolen dann in Russland bald verboten.

 

Karrikaturenstreit droht zu eskalieren

[Cupertino] Drei Wochen, nachdem der US-amerikanische Medien- und Elektronikkonzern Apple auf einer Messe im die Karikatur eines Smartphones gezeigt hat und dafür viel öffentliche Kritik einstecken musste, hat sich nun der Vorstandsvorsitzende, Tim Cook, öffentlich zu Wort gemeldet.

Apple sah sich zuvor massiver Kritik gläubiger Steve-Jobs-Anhänger ausgesetzt, die durch die Karikatur „iPhone 5“ ihr religiösen Gefühle verletzt sahen. „Wir haben immer fest an die technologische Überlegenheit von Smartphones geglaubt“, sagte Steve-Jobs-Jünger Samuel Wittenberger „ich fühle mich in meinem Glauben an die Technik, an stabile Geräte, brauchbare Karten und funktionierendes LTE zutief verunsichert.“ Viele Aktivisten räumen ein, dass sie mit ihren überzogenen Heilserwartungen eine solche Enttäuschung vielleicht provoziert hätten, aber, so Sebastian Schneider, Sprecher des Aktionsbündnis „Mobilnetz“: „Nachdem sich die finnische Nokia-Sekte aufgelöst hat, haben viele Betroffene ihr Seelenheil im iPhone gesucht – dass Apple jetzt mit der Veröffentlichung dieser Karikatur so wenig Rücksicht auf die religiösen Gefühle dieser Menschen nimmt, ist mir unverständlich!“

iphone 5 black & white models

Stein des Anstoßes: Diese Karikatur eines Smartphones wurde vom US-Konzern Apple jetzt veröffentlicht. (Photo credit: methodshop.com)

Sicherheitsexperten warnen inzwischen vor möglichen Racheakten religiöser Fanatiker. „Sollte Apple hier nicht schnell handeln, so befürchte ich Gewaltexzesse vor Apple-Stores“, so Manfred Weglein vom Berliner Friedensforschungszentrum. „Die Menschen werden auf die Straße gehen und gegen das blasphemische ‚iPhone 5‘ demonstrieren. Ob es dabei friedlich bleibt, wage ich zu bezweifeln.“ Angesichts solcher Warnungen überlegt das Bundesinnenministerium, wie man eine öffentliche Verbreitung des „iPhone 5“ in Deutschland verhindern könnte. Doch die radikale Apple-Gruppe hat bereits angekündigt, in Kürze das iPhone 5 auch in Deutschland öffentlich vorführen zu wollen. Die Polizei ist alarmiert und warnt vor unkontrollierbaren Situationen. „Die Polizistinnen und Polizisten in einer so aufgeheizten Situation mit den Technik-Gläubigen alleinzulassen, ist unverantwortlich!“, so Werner Humpf von der Polizeigewerkschaft GdP. Er fordert, die Verbreitung und öffentliche Vorführung der blasphemischen Smartphone-Karrikatur zu verbieten.

Nun aber scheint auch die Gegenseite ein Einsehen zu haben. In einer kürzlich veröffentlichten Stellungnahme distanziert sich der Sektenführer von Apple, Tim Cook, von der Karikatur. Er entschuldige sich für das, was den Anhängern durch das „iPhone 5“ an seelischem Schaden zugefügt worden sei. Für die Zukunft versprach er Besserung. Ob dies in der aufgeheizten Stimmung allerdings noch zu Entspannung führen wird, ist noch unklar.

Als Nicht-Berliner kann man das vielleicht nicht so gut beurteilen, aber mir scheinen die Gedanken lesenswert. Ein guter Appell für mehr Menschenachtung…

Heinz Buschkowsky

Heinz Buschkowsky (Photo credit: Schockwellenreiter)

Telegehirn

Hey, Heinz Buschkowsky!

Es geht mir an dieser Stelle nicht um deine schlechtsitzenden Anzüge, farblich schrecklichen Hemden und Krawatten, bei deren Anblick regelmäßig Menschen ins Koma fallen, denn dafür ist die Modepolizei zuständig. Als Kreuzberger im Neuköllner Exil, der tiefe Wurzeln in Neukölln besitzt, wollte ich dir sagen, dass ich dich einfach nicht mehr ertragen kann. Du hast ein Buch geschrieben und lässt jetzt Vorabdrucke in der Fachzeitschrift für kleinbürgerlichen Rassismus erscheinen, was bei näherer Betrachtung recht konsequent erscheint, denn sowohl von der Mitte der Gesellschaft bis an den äussersten rechten Rand applaudiert dir der ausländerfeindliche und deutschtümelnde Pöbel begeistert zu. Deine heutige Episode nennt sich „die bittere Wahrheit über Multi-Kulti“ und beim Lesen habe ich mich ernsthaft gefragt, über welches Neukölln auf welchem Planeten du da eigentlich schreibst.

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„Eine Zensur findet nicht statt“

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich habe den Film „Innocence of Muslims“ nicht gesehen und bei allem, was ich darüber gelesen habe, scheint es mir auch kein besonders sehenswerter Film zu sein.

Mir geht es um etwas anderes: Wenn Innenminister Friedrich und eine breite Koalition aus Bischöfen, Politikern und Medienleuten sich dafür einsetzen, dass ein Film in Deutschland nicht gezeigt werden soll, weil er die religiösen Gefühle von „den Muslimen“ (unterstellt, dass alle Muslime dieselben religiösen Gefühle haben) verletzen könnte, läuft meiner Meinung nach etwas falsch. Sicher, der Film mag geschmacklos sein – aber das sind andere Filme auch (Life of Brian findet man auf Youtube übrigens bedeutend besser und häufiger…).

Einmal mehr werde ich das Gefühl nicht los, dass unsere Gesellschaft lieber mit ihrer Meinung hinterm Berg hält, als sie hinterher in einer Diskussion verteidigen zu müssen. Anstatt die Kontroverse zu suchen und sich sowohl mit den islamfeindlichen als auch mit den religiös verblendeten Spinnern auseinander zu setzen, wollen wir Aufführungsverbote hinnehmen, wenn der Tenor eines Films nicht der Mehrheitsmeinung der Gesellschaft entspricht. Wobei sich die Frage stellt, ob „Innocence of Muslims“ nicht vielleicht auf Zustimmung in überraschend großen Teilen der Bevölkerung stoßen würde – und ob es das ist, wovor sich Politiker und Medienleute fürchten. Dann allerdings sollte uns wirklich bange werden um den Zustand unserer Demokratie.

Aber in der arabischen Welt kommt es überall zu gewaltsamen Ausschreitungen – das kann uns doch nicht kalt lassen! Stimmt; Nur ist das ein Ausdruck mangelnder Konfliktfähigkeit einzelner, religiöser Eiferer. Oder anders ausgedrückt: Dass es Einzelne gibt, die auf eine Provokation, wie der Film sie vielleicht darstellt, nicht wie zivilisierte Menschen reagieren und augenscheinlich keine Streitkultur haben, die den Beisatz Kultur verdient, sollte doch für den Rest der Menschheit kein Grund sein, mit diesen Einzelnen nicht mehr zu streiten. Wer so handelt, überlässt das Feld der Meinungsfindung kampflos denjenigen, die es am schlechtesten bestellen können.

Mir ist es zu platt, hier die typisch deutschen Drittes-Reich-Analogien zu sehen, aber eine Demokratie muss von den Bürgerinnen und Bürgern mit Engagement und Mut verteidigt werden. Die Feinde unserer Gesellschaft schlafen nicht. Sollen diejenigen, die sich jetzt am lautesten beschweren, doch auch einen Film machen, der sich über Jesus oder die Atheisten lustig macht. Wir werden ihn vielleicht geschmacklos finden und im Feuilleton zerreißen – brennende Häuser wird es nicht geben.